Skip to main content

KI multipliziert die Wirkung von Ingenieuren

By 27. Oktober 2025Februar 5th, 2026Fachartikel, KI in der Elektrokonstruktion

Fachartikel und Interview mit WSCAD CEO Dr. Axel Zein für das konstruktionspraxis Magazin (November 2025)
Autorin: Monika Zwettler (Redakteurin konstruktionspraxis)

Von Stunden zu Minuten: Die Lösung ELECTRIX AI 2026 erstellt jetzt komplette Schaltschränke in nur zwei Minuten. PDF-Import, automatische Übersetzungen und KI-Layout sparen Zeit, Kosten und Nerven.

Bereits im vergangenen Jahr hat WSCAD mit der Lösung ELECTRIX AI eine Software für Elektrokonstrukteure vorgestellt, die KI direkt in deren Arbeitsalltag bringt. Pünktlich zur SPS Smart Production Solutions 2025 stellt das Unternehmen jetzt die Version 2026 vor, die den kompletten Prozess der Schaltschrankplanung automatisiert. Schaltschränke – das Nervenzentrum jeder Maschine, Anlage oder Fertigungslinie – werden damit nicht mehr mühselig über viele Stunden am Bildschirm geplant, sondern innerhalb von nur zwei Minuten automatisch erstellt. Ingenieure werden so von zeitintensiven Routinen entlastet und können ihre Rolle neu definieren: weg vom Abarbeiten von Listen, hin zum Dirigenten, der die Arbeit orchestriert und Freiräume für anspruchsvolle Aufgaben gewinnt.

Intelligente Automatisierung: Layout in Minuten statt Handarbeit

Das Herzstück von ELECTRIX AI 2026 ist der neu entwickelte Layoutgenerator. Er generiert aus Stromlaufplänen automatisch ein normgerechtes Schaltschranklayout. Die KI erkennt funktionale Gruppen, platziert Komponenten und Trägersysteme logisch und berechnet optimale Verdrahtungswege – inklusive Routing, Platzbedarf und thermischer Vorgaben. Als weiteres Alleinstellungsmerkmal wird die automatische Übersetzung von Schaltplänen in andere Sprachen bezeichnet – ein Arbeitsschritt, der bisher zeitaufwendig ausgelagert wurde, Kosten verursachte und hohe Fehlerquoten barg. Im Unterschied zu klassischen Assistenzfunktionen basiert ELECTRIX AI 2026 nicht auf starren Regeln, sondern auf maschinellem Lernen, eigenen KI-Modellen und ingenieurtechnischen Vorgaben. Jede Entscheidung wird revisionssicher dokumentiert – ein entscheidender Vorteil für Branchen mit höchsten Qualitätsanforderungen.

Kommen die Schaltpläne des Kunden als PDF, werden diese in Electrix AI 2026 einfach importiert: Symbole, Leitungen und Funktionen werden automatisch erkannt und in ein WSCAD Projekt konvertiert.

Produktivitätsschub für Ingenieure – Entlastung für Unternehmen

Für Electrical Engineers bedeutet ELECTRIX AI 2026 eine spürbare Entlastung im Alltag: Routinen wie Nachzeichnen, Normprüfungen oder Übersetzungen entfallen, sodass sich der Fokus stärker auf Planung, Optimierung und Qualitätssicherung verlagert. Ein Prozess, der bisher viele Stunden beanspruchte, ist nun in wenigen Minuten abgeschlossen. Der Anwender profitiert von weniger Stress, mehr Überblick und der Möglichkeit, Projekte souverän zu steuern, statt sie mühsam Schritt für Schritt durchzuführen. Für Unternehmen wiederum entsteht ein massiver Produktivitätsgewinn, der gerade in Zeiten von Fachkräftemangel entscheidend ist – denn auch Auszubildende oder weniger erfahrene Mitarbeiter können dank der selbsterklärenden KI schnell produktiv arbeiten.

Zwei Praxisbeispiele: Zeit sparen und Effizienz steigern

Von messbaren Fortschritten und Effizienzsprüngen in der Elektrokonstruktion können bereits zwei Kunden von WSCAD berichten:

  • Das Unternehmen Wago konnte mit ELECTRIX AI seine Projektzeiten im Durchschnitt um rund 50 Prozent verkürzen. Prozesse, die früher viele Stunden dauerten, laufen heute in Minuten. Besonders in der Schaltschrankplanung erzielen die Wago-Konstrukteure enorme Produktivitätsgewinne.
  • Das Unternehmen Baader Automatisierung, Experte für Schaltanlagenbau und Automatisierungstechnik, nutzt den automatisierten PDF-Import, die KI-Projektierung und die automatische Übersetzung technischer Dokumente. Das System erkennt Symbole, Leitungen und Funktionen selbstständig, konvertiert sie in ein vollständiges WSCAD-Projekt. Die künstliche Intelligenz übersetzt anschließend den fertigen Plan in die benötigte Sprache – dabei stehen 102 Sprachen zur Verfügung. Damit wird die Projektierung bei Baader um bis zu 80 Prozent beschleunigt, gleichzeitig steigt die Qualität. Ein weiterer Pluspunkt: Die internationale Zusammenarbeit wird erheblich erleichtert.

„Solche Ergebnisse zeigen: KI ersetzt keine Ingenieure – sie multipliziert ihre Wirkung“, sagt Dr. Axel Zein, CEO der WSCAD GmbH.

Im KI-Zeitalter eröffnen sich auch neue Karrierewege für Ingenieure

WSCAD ist eigenen Angaben zufolge derzeit der einzige Anbieter weltweit, der künstliche Intelligenz in der Elektrokonstruktion derart umfassend integriert. Damit eröffnet ELECTRIX AI 2026 nicht nur neue Möglichkeiten für Unternehmen, sondern auch für die Karriere der Ingenieure selbst. Mit der Weiterbildung zum „AI Certified Electrical Engineer“ können Elektrokonstrukteure ihre Kompetenz gezielt ausbauen und sich als Experten im Umgang mit künstlicher Intelligenz positionieren – ein Zertifikat, das es nur bei WSCAD gibt und das Ingenieuren einen deutlichen Vorsprung im Wettbewerb verschaffen soll. Für dessen Innovationskraft wurde das Unternehmen 2025 sowohl mit dem Schaltschrankbau Innovation Award als auch mit dem renommierten TOP 100 Innovator Award in der Kategorie „Innovative Prozesse und Organisation“ ausgezeichnet.
„Mit ELECTRIX AI 2026 sind wir die einzigen weltweit, die KI im Schaltschrankbau so konsequent einsetzen. Wir leben das KI-Zeitalter und geben Ingenieuren die Chance, den nächsten Schritt zu gehen: weg von Routine, hin zu Steuerung, Kreativität und Verantwortung. ELECTRIX AI 2026 ist damit nicht nur ein Werkzeug, sondern der Beginn einer neuen Epoche in der Elektrokonstruktion“, sagt Dr. Axel Zein.

Mit der Weiterbildung zum „AI Certified Electrical Engineer“ können Fachkräfte ihre Kompetenz gezielt ausbauen und sich als Experten im Umgang mit KI positionieren.

Nachgefragt: Wie KI die Ingenieursleidenschaft neu entfacht

Interview mit Dr. Axel Zein, CEO WSCAD GmbH

Herr Dr. Zein, warum hat ein Elektrokonstrukteur Ihrer Meinung nach ursprünglich seinen Job gewählt?
A. Zein: Viele Elektrokonstrukteure sind getrieben von echter Ingenieursleidenschaft – sie wollen verstehen, wie Dinge funktionieren, und technische Lösungen schaffen, die greifbar sind. Die Faszination für Elektrizität, Logik und Systematik war bei vielen schon in der Ausbildung da. Es ist der Mix aus präzisem Denken und sichtbarem Ergebnis, der diesen Beruf so besonders macht: Aus Ideen entstehen reale Maschinen, Anlagen und Produkte – mit unmittelbarem Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft.

Und war dieser Konstrukteur in den vergangenen Jahren wohl glücklich mit seinen Aufgaben?
A. Zein: Das klassische Ingenieurideal ist über die Jahre unter Druck geraten. Die Systeme wurden komplexer, die Dokumentationspflichten umfangreicher, und die Zeit für die technische Innovation immer knapper. Viele hochqualifizierte Ingenieure verbrachten ihre Tage mit Copy & Paste, Erzeugen von Listen, Überprüfen von Normen und Regularien und Nachzeichnen – statt mit Entwerfen und Entscheiden. Das demotiviert und bremst die Innovationskraft. Genau an diesem Punkt setzen wir mit ELECTRIX AI an: Wir geben den Ingenieuren die Zeit für Technik und Freude an ihrer Arbeit zurück. Und machen sie gleichzeitig viel produktiver.

Im Zeitalter von Maschinellem Lernen: Warum hat er jetzt wieder Spaß?
A. Zein: Weil er wieder gestalten darf – und weniger administrieren und verwalten muss. ELECTRIX AI übernimmt Routineaufgaben, erkennt Muster, prüft automatisch Normen und erstellt Auswertungen, Listen und komplette Schaltschränke in Minuten. Der Konstrukteur steuert nur noch den Prozess – er sagt der KI, was er braucht, präzisiert gegebenenfalls und diese liefert Ergebnisse. Damit wird aus der Administration wieder technische Führung: Der Ingenieur wird zum technischen Gestalter seiner Konstruktion.

Wie hängen KI und Karriere beziehungsweise Arbeitsmarkt zusammen?
A. Zein: Technologische Sprünge haben unter dem Strich nie Arbeitsplätze vernichtet, sondern Wachstum erzeugt. Als die Eisenbahn kam, verschwanden die Pferdekutschen und damit größtenteils auch die Kutscher. Aber entstanden sind Lokführer, Servicepersonal, Maschinenbauer, Ingenieure etc. Jeder einzelne Zug hat mehr Jobs geschaffen als eine Pferdekutsche jemals hatte. Genau das passiert jetzt in der Elektrokonstruktion. KI steigert die Produktivität und das bringt Wachstum. Wachstum schafft neue Arbeitsplätze – immer!.

Wagen wir den augenzwinkernden Blick in die Glaskugel: Wann wird der Elektrokonstrukteur überflüssig?
A. Zein: Er wird überflüssig, wenn sich, überspitzt gesagt, Physik, Kreativität und Verantwortung abschaffen lassen – also nie. Solange Maschinen, Anlagen und Sonderlösungen neu gedacht werden müssen, braucht es meiner Meinung nach das menschliche Urteilsvermögen. Die KI liefert Geschwindigkeit, bequeme Abarbeitung von Routinetätigkeiten und Präzision. Aber der Ingenieur bleibt derjenige, der Anforderungen interpretiert und korrigiert, Risiken bewertet, Entscheidungen trifft und alles, einschließlich der Qualität, verantwortet. Die Zukunft gehört dem Dreamteam aus menschlicher Erfahrung und Kreativität und maschineller Intelligenz.

Artikel online lesen

Dieser Fachartikel ist ausschließlich für Ihre persönliche Verwendung bestimmt. Ein Nachdruck oder Veröffentlichung bedarf ausdrücklichen schriftlichen Zustimmung des Verlags.

Karriere Beratung